BREAD & BUTTER 2012 IMPRESSIONEN

Es war einmal vor nicht allzu langer Zeit in Berlin:

 

Da sind 50 gute alte Bekannte, die feiern seit Jahren jede Saison ein Fest (Bread & Butter). Die Gäste (Aussteller) kommen überwiegend aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, England und Holland.

 

Alle Gäste nehmen an einer großen Tafel (Denim Base) Platz. Jeder kennt das Ritual. Jeder kennt jeden. Jeder weiß, wie der andere so tickt. Der eine nimmt sich wichtiger als er in Wirklichkeit ist, der andere ist bescheidener und etwas stiller, der Nächste tritt seinem Gegenüber gerne mal unter dem Tisch gegen das Bein. Manche haben gute Tischmanieren, manche sind nicht in der Lage, mit Messer und Gabel zu essen, ohne sich selbst zu verletzen. Aber alle haben sich an die Marotten der anderen gewöhnt, schließlich war das Fest immer schön und gut.

 

Nur 50 Plätze gab es an der großen Tafel, und weil sich kaum einer das Fest entgehen lassen wollte, war die Gesellschaft fast immer die gleiche. Das Publikum (Besucher und Presse) sah immer die gleichen Gesichter, hörte immer die gleichen Geschichten. Es kam allgemeine Langeweile, bisweilen gar Unzufriedenheit auf. Das Publikum begann, über die Gäste zu lästern, stellte gar das gesamte Fest in Frage. Das hat einigen Gästen nicht gefallen, und so fragten sie sich, was sie hier sollten, wenn sie nicht mehr umjubelt werden. Also blieben einige Gäste fern.

 

Einige der Stammgäste konnten sich seit längerem schon die Teilnahme am Fest nicht mehr wirklich leisten, einige feierten ihre eigene Party und warteten vergeblich auf das große Publikum. Andere nahmen die Einladung des Gastgebers (Karl-Heinz Müller) einfach nicht an, obwohl der Tisch reich gedeckt war.

 

So hatte der Gastgeber des Festes plötzlich die Möglichkeit, neue Gäste an die Tafel zu bitten, es waren ja Plätze frei geworden. Und so veränderte sich das übliche Ritual, denn die neuen Gäste waren noch nicht der Lethargie verfallen und hatten zudem andere Geschichten zu erzählen (Berlin-Tempel of Denim, Denim Religions Show, Sport & Street Festival).

 

Das Fest war plötzlich ein anderes, es war ungewohnt und neu. Neue und alte Gäste vermischten sich, es entstand eine völlig neue Gesellschaft. Es wurde über neue Themen gesprochen, es gab neue Gesichter, und das Publikum war begeistert. Es war wieder spannend. Ehemalige Stammgäste wurden zu Zaungästen und haben bereut, nicht wie gewohnt an der Tafel zu sitzen – denn viele von ihnen hätten am Ende doch gerne mitgefeiert.

 

Wären aber alle, wie aus der Vergangenheit gewohnt, wieder der Einladung des Gastgebers gefolgt, hätte es dieses neuartige Fest nicht gegeben, denn die Tafel wäre voll gewesen. Und jetzt? Freuen sich alle über ein gelungenes Fest, die alten sowie die neuen Gäste, das Publikum und der Gastgeber.

 

Der Gastgeber muss sich nun für das nächste Fest sehr gut überlegen, wen er einladen wird, denn die Plätze an der Tafel bleiben begrenzt. Sicher ist nur, dass es wiederum einige Veränderungen geben wird. Das Publikum darf gespannt sein.

 

 

Der Gastgeber